Donnerstag, 6. März 2014

Ron Weasly und Hiatamandl

Und wieder einmal war Fasching mit dem traditionellen Faschingsfest an der Schule meiner Kinder. Dieses Mal stand für den jüngeren meiner beiden Söhne wieder schnell fest, als was er sich verkleiden wollte. Nachdem er den ersten Band von Harry Potter verschlungen hatte, wollte er sich unbedingt als Ron Weasley, Harry Potters besten Freund, verkleiden. Sein Schulfreund, der von der Haarfarbe noch besser als Ron geeignet wäre, verkleidete sich als Harry Potter.

Ron mit Zauberstab und Ratte (eher Maus) "Krätze"

Wenige Tage vor dem Faschingsfest - nachdem der Pullover mit dem "R" schon gestrickt war - hatte er selbst die Idee, dass er ja auch als Hermine hätte gehen können, denn von der Haarlänge hätte das fast besser gepasst ...

Das Gryffindor-Wappen

Wir haben versucht, alles selber zu machen, vom Schal bis zur Krawatte (neben Pullover und Schal auch gestrickt), vom Wappen bis zum Zauberstab, der von "Ron" selbst geschnitzt worden war. Wo durch das Schnitzen das helle Holz sichtbar geworden war, habe ich es mit einer starken Sojasauce (die wir nicht besonders mochten) eingefärbt.

Der größere der beiden legte sich ebenfalls früh fest: Er wollte sich als "Bayer" verkleiden. Die Hose hatte ich vor Jahren (da war das erste Kind noch ein Krabbelkind) auf dem Flohmarkt gekauft in der Hoffnung, sie meinen Söhnen später mal anziehen zu können. Allerdings zeigten beide Kinder schon früh einen Widerwillen gegen das ungetragene, recht harte Leder und als den beiden die Hose endlich gepasst hätte (erst mit ca. 8 Jahren) war keine Rede von Sommern in robusten Lederhosen.

"Dicke Wadl" hat dieses Hiatamandl tatsächlich nicht

Als ich die Hose dann rund um unseren Umzug letztes Jahr einer Kreativen schenken wollte, die daraus Handtaschen näht, wurde von meinem Sohn der Wunsch geäußert, sie doch noch für Fasching aufzuheben. Schon damals passte sie nicht mehr richtig (der Hosenlatz kann nur mehr geschlossen werden, wenn man ihn nicht ganz richtig zuknöpft), aber an einem Schultag mit Spiel und Spaß hält man einiges aus.

So kam die Hose doch noch zu Ehren


Samstag, 11. Januar 2014

Grüner Daumen & Pflanzen-Mojo

Sollte ich denn je diese Fähigkeit bzw. diese Form des Glücks bessessen haben, so hatte es mich in den letzten Jahren gründlich verlassen. Nach einer Umtopfaktion vor zwei Jahren, um meinen Zimmerpflanzen etwas Gutes zu tun, umschwirrten uns nach einigen Wochen Hunderte von Trauermücken, deren Herkunft wir uns zuerst nicht erklären konnten. Wahrscheinlich habe ich uns die Larven durch die Erde in die Wohnung geholt und diese durch kräftiges Gießen zum Leben erweckt.

Der Blick aus dem Fenster vor der Invasion der Trauermücken

In den letzten 24 Monaten wurden meine Pflanzen mehreren Radikalkuren unterzogen: mehrmaliges Umtopfen in komplett neue Erde (sowohl Bio- als auch konventionelle Erde), die Wurzeln mussten nach dem Entfernen der alten Erde komplett an der Luft abtrocknen, die Töpfe reinigte ich mit Spülmittel, Essig und kochendheißem Wasser. Manche Pflanzen, aus deren Wurzelwerk ich die befallene Erde nicht entfernen konnte, musste ich entsorgen, andere überlebten den radikalen Wasserentzug nicht. Die Trauermückenlarven leider schon.

Trauermücken auf dem Gelbsticker - die Spitze des Eisbergs

Nach der dritten Umtopfaktion zogen wir um und ich stellte die Zimmerpflanzen den Sommer über entnervt auf den Balkon. Dort befielen die Trauermücken dann auch noch die neuen Tomaten-, Paprika- und Gewürztöpfe.

Also wurde nochmal umgetopft, anschließend - diese Tipps stammen aus Online-Foren geplagter Pflanzenbesitzer - die Oberfläche mit Muskatnuss bestreut und darüber noch Zwiebelscheiben gelegt. Die zur Kontrolle des Mückenbestands in die Erde gesteckten Gelbsticker füllten sich allerdings weiterhin mit den Trauermücken.

Ein weiterer Tipp aus einem Onlineforum: Die Pflanzen mit einem starken Tabaksud gießen! Auch das habe ich gemacht, mittlerweile war es Herbst geworden und die Pflanzen standen noch bei Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt auf dem Balkon. Das tat meinen Dickblattpflanzen und der Duftpelargonie erstaunlich gut, sie gediehen und die Trauermücken schienen weniger zu werden. Kaum in die Wohnung geholt, krabbelte und flog es wieder fröhlich vor sich hin ... Und dass in einer Anzahl, dass sie auch in Zimmern ohne Pflanzen in auffallender Zahl herumschwirrten.

Geldbaum mit Quarzsandschicht

Also probierte ich einen weiteren Online-Tipp: Die Oberfläche der Töpfe mit einer mind. 1 cm dicken Quarzsandschicht bedecken, was die Larven davon abhalten sollte, an die Oberfläche zu krabbeln. Leider erfüllte sich diese Hoffnung nicht: Auf dem hellen Sand konnte man die Larvenhüllen der weiblichen Larven und die abgestorbenen männlichen Larven wunderbar erkennen. Gott sei Dank habe ich diese Phase aber ausgehalten, denn der Sand verhindert zwar nicht das Hochkrabbeln der Larven, wohl aber, dass die Weibchen anschließend wieder ihre Eier in die Erde ablegen können. Nun scheint mir seit einiger Zeit wirklich Ruhe zu sein, die Gelbsticker bleiben leer und es sind keine neuen Larvenhüllen auf der Sandfläche zu sehen.

Ton-in-Ton: Sand und Streifen der Tigeraloe

Der Sand wird von den meisten BesucherInnen übrigens als reine Dekomaßnahme gesehen - passend zu den Naturtönen unseres Badezimmers, wo eine Aloe und eine Tigeraloe stehen.

Aufgrund dieser Erfahrungen mit meinen Zimmerpflanzen erstaunte es mich auch nicht mehr, dass eine Orchidee, die wir zum Einzug in die neue Wohnung mit den Worten "ein anspruchsloser, unempfindlicher Dauerblüher" geschenkt bekamen, bereits nach wenigen Wochen verblühte und sich in eine Ruhepause begab (was diese Orchideen-Gattung praktisch nie macht) und was auch nicht den Erfahrungen befreundeter Orchideen-Freunde entsprach.

Endlich: ein neuer Trieb mit Knospen

Wie groß war dann die Freude, als nach ein bisschen Recherche, viel Geduld und Vertrauen sich erste neue Knospen bildeten.

Die erste Knospe hat sich geöffnet

Aber um ehrlich zu sein: Auch diese bereits geöffnete Blüte bringt das über die letzten Jahre erodierte Selbstvertrauen nicht zurück. Besorgt werden die anderen Knospen täglich begutachet, was der Grundregel einer großen (und erfolgreichen) Pflanzenfreundin aus dem Bekanntenkreis widerspricht, dass Pflanzen lieber zu wenig beachtet werden (auch was Gießen, Umtopfen etc. angeht) als zu viel!

Freitag, 1. März 2013

Fasching

Fasching ist ein großes Fest in der Schule meiner Kinder. Die ganze Schule - von den Klassen 1 bis 10 - einschließlich der LehrerInnen verkleiden sich. Es gibt ein tolles Programm, viele Süßigkeiten und am Ende vielleicht sogar einen Preis für das beste Kostüm. Dieses Jahr u.a. am Start: Goldener Leibniz-Keks & Krümelmonster, Ronja Räubertochter, Schornstein, Smartphone und viele andere.

Dieses Mal also mit Peitsche.
Der Ältere kennt dieses Fest schon seit vier Jahren. Ohne auf einen Preis zu hoffen und viel Energie in das Ausdenken origineller Kostüme zu stecken, verwandelt er sich am liebsten in eine Person mit Waffe: Cowboy, Bodyguard, Robin Hood. Dieses Jahr sollte es Indiana Jones sein, eine Figur, die er nur aus einem Comic kennt.

Cool wie Indiana Jones.
Der kleine Bruder hingegen spekulierte in seinem ersten Jahr schon ernsthaft auf einen Preis. Dafür sprang er sogar über seinen Schatten und verkleidete sich als Frau. Als "Ma Dalton", die die beiden aus den Lucky-Luke-Comics gut kennen.

Was sucht Ma Dalton da in ihrem Täschchen?
Der Nachteil beider Figuren: Sie sind in der Altersstufe nicht wirklich bekannt. So erntete Ma Dalton nach dem Umkleiden unqualifizierte Kommentare wie "Hast du dich als fette Oma verkleidet?"

Auch die Wildwest-Lady ist bewaffnet!
Und Preis gab's auch nicht, was er ungerecht fand. Bei anderen Kindern mit viel aufwändigeren Kostümen flossen deshalb auch Tränen. Aber vielleicht hat es auch sein Gutes: Wir müssen nächstes Jahr nicht mit besonders originellen Kostüm-Ideen Preise verteidigen!

Sonntag, 3. Februar 2013

Eulenbrüder

Mein älterer Sohn wünschte sich ein "Eulenkissen", das er in einem Design-Laden bei uns in der Nähe entdeckt hatte. Die Farben der handelsüblichen Kissen fand ich ein bisschen blass, außerdem gebe ich ungern Geld für etwas aus, was ich selber nähen kann (und was auch noch verspricht, Spaß zu machen). Schon die Online-Stoffauswahl war ein Riesenspaß, aber als die Stoffe endlich eintrafen, wurde mir wegen der intensiven Farben doch etwas mulmig ...

Die erste Eule - mit pinken Akzenten für die Nichte.
Als Prototyp entstand ein Eulenkissen für meine kleine Nichte, das noch rechtzeitig vor Weihnachten verschickt werden musste.

Zwei knallige Kerle - einzeln in ihren Betten wirken sie etwas dezenter.
Die beiden Kissen für meine Söhne wurden dann an einem Vormittag genäht, da die Abläufe schon bekannt waren. Eine Eule in Schwarz, eine in Türkis - und beide waren glücklich, genau diese Farbkombination bekommen zu haben.
Mit türkiser ...
Bei diesem Nähprojekt habe ich zum ersten Mal "Vliesofix", das ich Monate zuvor auf Verdacht gekauft hatte, ausprobiert. Ich verdarb mir zwar relativ schnell meine neue Bügelbrettauflage (diese hat seitdem unschöne klebrige Stellen), aber ohne diese beidseitig klebende Bügelauflage wären die Kissen sicher nicht so gut gelungen.

... und schwarzer Augenbinde.
Die Eulen sind nicht mit Füllwatte gefüllt, sondern der Eulenkörper wird von kleinen quadratischen Kissen ausgefüllt, so dass man die Bezüge separat waschen kann.

Freitag, 4. Januar 2013

Weihnachtsgeschenke

Auf diversen Weihnachtsmärkten hatte ich sie dieses Jahr in Händen und beschloss, dass ich sowas doch sehr einfach selber machen könnte: Loop-Schals.

Die Außennaht wird durch eine Borte verdeckt.
So entstanden zu Weihnachten für die Töchter meiner Freundin zwei Wende-Schals aus weichem Polarfleece und Sternen-Öko-Jersey - die tolle Farbauswahl bei Michas Stoffecke hätte mich eigentlich verlockt, zwei verschiedenfarbige Schals zu nähen, aber ich wollte keine Geschwisterstreitigkeiten unter dem Weihnachtsbaum verursachen.

Die Innen- (oder Außenseite) aus Jersey.
Die fertigen Loops sind sehr voluminös geworden (und könnten wohl auch von Erwachsenen getragen werden), die anspruchsvollen Probeträger bzw. Fotomodelle fanden sie aber so ok, dass es für sie auch noch einen geben soll - irgendwann.

Kann man tragen.

Dienstag, 20. November 2012

Eine Schürze zum Geburtstag

Mein Arbeitskollege hatte Geburtstag und sollte beschenkt werden. Als langjährige Kollegin wusste ich, dass er vor einigen Jahren begonnen hatte, in der Adventszeit Weihnachtskekse zu backen. Eine gute Gelegenheit, sich wieder mal an die Nähmaschine zu setzen ...

Eine einfache Schürze aus einem Geschirrtuch
Da er als kompletter Anfänger gleich mit der österreichischen Königsdisziplin Vanillekipferl begonnen hatte (und laut Bildbeweis diese bravourös meisterte), durfte der Kipferl-Fingerzeig auf der Schürze nicht fehlen.

Für den Kipferl-King
Der aufgestickte Schriftzug "Home, Sweet Home" war die Auflösung eines kleinen Scherzes, den wir KollegInnen uns erlaubt hatten. 

Am schönsten ist es doch zu Hause!
Der für seine Menschenscheu bekannte Kollege bekam nämlich einen gefälschten Gutschein für einen Backkurs ("Ökologische und gesunde Weihnachtsbäckerei selbst gemacht") an der Volkshochschule geschenkt. Seine erste begeisterte Reaktion: "Jessas!" Die Schürze sollte dann aber deutlich machen, dass er auch weiterhin in den eigenen vier Wänden seinem Adventvergnügen nachgehen darf.

Dienstag, 29. Mai 2012

Stadt im Wandel

Unter diesem Motto wurde eine Grünfläche ganz in unserer Nähe freigegeben, um sie in einen Palettengarten für die Bürger und Anwohner zu verwandeln. Unter dem Dach von Transition Town Hannover und Stadtteilgruppen wurden Palettenbeete gebaut, Erde und Gartengeräte besorgt und den Neu-Gärtnern im Stadtteil zur Verfügung gestellt.
Die Palettenbeete aus der Ferne
Bei strahlendem, heißem Pfingst-Wetter befüllten wir die zur Verfügung gestellte Pflanzkiste und bepflanzten sie mit von fleißigen Hobbygärtnern vorgezogenen und verschenkten Pflanzen.

Tomate, Zitronenmelisse, Mangold und Paprika - ob sie gut zusammenpassen?
Wir selbst hatten außer einer Zitronenmelisse nichts vorbereitet, denn die ursprünglich großen Pläne schrumpften durch den geringen Platz (eine Kiste hat knapp 1 qm Grundfläche; mehr als eine stand am Anfang nicht zur Verfügung) und die Öffentlichkeit der Grünfläche auf ein "Na, mal schauen, ob die Beete die erste Woche überstehen".

Regelmäßiges Gießen - noch keine Last, sondern beliebte Beschäftigung!
Aufgrund der hohen Temperaturen der letzten Tage war tägliches Gießen angesagt, eine Tätigkeit, die bislang nicht zu meinem Alltag gehörte, sich aber wunderbar mit anderen Wegen im Stadtteil morgens und abends verbinden lässt. Außerdem werden die Beete von aufmerksamen Mitgärtnern mitbetreut, so dass bislang noch alles grünt und gedeiht. Und die Kinder machen gerne einen Abstecher, um die Beete zu begutachten, die Mitgärtner zu besuchen oder auf dem noch vorhandenen Erdhaufen zu spielen.