Freitag, 17. Februar 2012

Ein Instrument lernen

Vor einiger Zeit überkam mich der Ehrgeiz, meine fast schon vergessenen Gitarrenkenntnisse wieder aufzufrischen. Also wurde die Gitarre aus der Ecke geholt, Peter Burschs Gitarrenschule aufgeschlagen und geübt, bis die Fingerkuppen schmerzten. Das erste Zusammenspiel mit meinem Mann am Klavier war dann eine herbe Enttäuschung - alles, was über eine 4/4-Begleitung hinausgeht, übersteigt meine Koordinationsfähigkeiten, zudem kann ich nicht mal diesen Takt halten (sagt zumindest der Mann am Klavier) ...

Wie eingeschränkte Kenntnisse eines Instrumentes doch noch zu einem schönen Ganzen führen, zeigt der Film "Lust auf Anderes" von Agnès Jaoui, der mir u.a. wegen der unermüdlichen, aber kaum von Erfolg gekrönten Bemühungen eines Darstellers an der Querflöte in Erinnerung geblieben ist (ein YouTube-Nutzer hat netterweise diese Szenen zu einem Video zusammengeschnitten).


Oder könnte ich irgendwann (ein unbedeutender) Teil dieser Gruppe sein? Die Musiker von Weezer spielen mit unzähligen (Hobby-?)Musikern Radioheads "Creep" ... Tambourin oder Rassel müsste ich von vornherein ablehnen.


Oder sollte ich doch auf die Ukulele umsteigen, die mir aufgrund der geringeren Saitenzahl rasche Erfolgserlebnisse verspricht? Zumindest suggeriert dies das Alter des äußerst jungen Künstlers ...


Oder die Gitarrenschule wechseln, nordkoreanische Schule vs. Peter Bursch? Dieses Video straft allerdings die Ukulelen-Theorie Lügen, diese Kinder sind nicht viel älter und spielen auf riesigen klassischen Gitarren ...


Und was diese fünf Menschen auf einer Gitarre zeitgleich zustandebringen, ist wirklich äußerst faszinierend - wobei mir das Original von Gotye sogar noch besser gefällt.



Donnerstag, 9. Februar 2012

Drucken mit Lavendel

Mit großem Interesse las ich vor einiger Zeit einen Blog, der sich mit Lavendel-Druck beschäftigte. Die Anleitung klang eigentlich zu gut, um wahr zu sein: Eine farbig fotokopierte Vorlage sollte mit Lavendelöl und einem Pinsel auf die textile Unterlage kopiert bzw. gedruckt werden können. Anleitungen, bei denen man so wenige Utensilien benötigt (die man im besten Fall auch noch alle zuhause hat), wecken schnell meinen Ehrgeiz, etwas selbst auszuprobieren. Aber meine Skepsis war groß.

Der erste Versuch - Windsurferin Steffi Wahl auf Baumwollwebstoff
Die Beschaffung des Lavendelöls (Lavandin Super von Primavera) dauerte ein paar Tage, doch dann musste die einzige Farbkopie, die im Haus war, für den ersten Versuch herhalten (Steffi Wahl in "Mir platzt der Schädel"-Pose für die SonarSucks-Kampagne der WDCS). Das Ergebnis war zwar durchaus viel versprechend, aber die im Blog "Textile Ideen" gezeigten Ergebnisse waren viel detailreicher, so dass ich doch etwas enttäuscht war.

Die Vorlage für das Wal-Allerlei
Da ich auch den zweiten Versuch nicht - wie in der Anleitung empfohlen - auf einem sehr glatten Stoff, sondern auf einem T-Shirt ausprobieren wollte, wählte ich eine einfache Vorlage. Der Jersey schien mir zwar noch weniger für den Druck geeignet, aber da Wal-T-Shirts gerade ein großes Thema bei meinen Kindern sind, musste ich es unbedingt auf Jersey ausprobieren. Die einfach gestaltete Vorlage sollte die Chance erhöhen, ein halbwegs herzeigbares Ergebnis zu erhalten.

Der intensive Lavendelduft begleitet diesen kreativen Vorgang
Die farbige Seite der Kopie wird beim "Druckvorgang" auf den Stoff gelegt, die Rückseite mit Lavendelöl betupft und dann das Motiv mit dem Pinselstiel durch das Papier auf den Stoff gerieben.

Der Schweinswal im Detail
Nach dem Lupfen der ersten Ecke zeigte sich, dass der Druck funktionierte. Sogar Feinheiten, wie der nicht ganz bis zum Rand mit der gleichen Farbe gefüllte Weißwal, wurden korrekt abgebildet.
Experiment gelungen, die Massenproduktion kann beginnen
Das fertige Ergebnis finde ich trotz der nicht 100-prozentigen Deckkraft überzeugend - ein schönes Resultat eines kleinen Experiments.